Die richtige Schutzausrüstung ist am Hochvolt-Fahrzeug kein Nice-to-have, sondern Teil des Verfahrens. Sie ergibt sich direkt aus den Gefahren an 400–800 V DC und dem möglichen Störlichtbogen.
Isolierende Handschuhe (EN 60903)
Für Arbeiten am Hochvolt-System sind isolierende Handschuhe nach EN 60903 vorgeschrieben. Die Schutzklasse richtet sich nach der Spannung — Klasse 0 deckt bis 1.000 V ab und passt damit für die üblichen 400–800-Volt-Systeme im Fahrzeug. Die Handschuhe werden vor jeder Nutzung auf Beschädigung geprüft.
Gesichts- und Augenschutz
Gegen einen Störlichtbogen — der bei Fehlern oder Kurzschlüssen im HV-System auftreten kann — gehört ein Gesichts- bzw. Augenschutz zur Ausrüstung. Er schützt vor der plötzlichen Hitze- und Lichtentwicklung eines Lichtbogens.
Isoliertes Werkzeug (EN 60900) und Messgerät
Werkzeug für HV-Arbeiten muss isoliert nach EN 60900 und für 1.000 V ausgelegt sein. Das Messgerät zum Feststellen der Spannungsfreiheit muss der Messkategorie CAT III oder CAT IV (IEC 61010-1) entsprechen und für den Spannungsbereich geeignet sein.
Wann welche PSA?
Welche Ausrüstung wann nötig ist, hängt vom Arbeitsschritt und dem Zustand des Systems ab — spannungsfrei geschaltet oder nicht. Diese Einschätzung trifft die fachkundige Person Hochvolt (Stufe 2E), die die Arbeiten freigibt.